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Delphintherapie 2005

Am 07.10.2005 war es dann soweit ,unser Flug nach Miami begann.Alles klappte hervorragend. Auch die lange Flugzeit verlief sehr ruhig. Am Abend sind wir dann, übermüdet, aber froh angekommen zu sein, in Key Largo eingetroffen.
Als wir das erste Mal am Therapiezentrum vorbeifuhren, zeigte Adrian sofort auf das Schild, dann auf sich und strahlte…er hatte die Anlage wiedererkannt.

Am Montag, den 10.10. begann dann endlich die Therapie, wir waren ziemlich aufgeregt, wie würde Adrian reagieren, würde er es wieder erkennen? Als er Gale (bereits während des ersten Aufenthaltes seine Therapeutin) sah, lief er auf sie zu und freute sich. Wir waren ganz erstaunt. Die ersten beiden Therapiestunden musste Adrian sich erst wieder eingewöhnen. Er genoss es
aber sehr schnell, mit den sanften Meeressäugern zu schwimmen, sie zu berühren und – eine seiner liebsten Beschäftigungen im Wasser – sie zu küssen.

Am Dock gab er sich große Mühe, die Aufgaben schnell zu erledigen, um anschließend wieder in Interaktion mit dem Delphin zu kommen. Adrian hat dort gelernt, Farben zu unterscheiden und zuzuordnen, was noch nicht immer sicher
klappt aber immer öfter. Die Therapeutin hat weiterhin mit Bildkarten mit ihm gearbeitet, das Ziel ist, das er seine Wünsche mit Karten und Worten als Satz ausdrückt. Zum Beispiel direkt sagt:“ Ich (Wort und Gebärde) möchte (Bildkarte mit lautieren) schwimmen (Bildkarte und Geste) bitte (Worte und Gebärde). Das klappte sehr schnell sehr gut. Wenn ich jetzt sage, sag bitte ich möchte bitte, dann zeigt er auf sich, spricht das Wort „ich“ schon fast richtig aus und zeigt mir, was er will und sagt dann mit Gebärde „ te“ für „bitte“.

Als ich ihn gestern Abend gewickelt habe, fragte ich ihn, ob er Pipi müsse, er ging zur Toilette und ich sagte ihm wieder, wie schon so oft, wenn Du Pipi musst, sag es Mama, sagte ihm nochmals was er sagen soll. „Ich Pipi“…und er versuchte es…zeigte auf sich, sagte i…ch und dann Pipi…

Viele kleine Dinge…von denen uns sicher viele erst nach und nach auffallen werden.
Zum Beispiel: Wenn Adrian vor der Therapie versucht hat zu rennen, sah es sehr staksig aus, nun wirkt es runder und flüssiger. So überraschte Adrian uns vor
ein paar Tagen, als er plötzlich begann, aus dem Stand zu Springen. Für "normale“ Kinder ganz normal, für Adrian eine Anstrengung, die einer großen Motivation bedarf und bislang gar nicht möglich war.
Vielen Freunden und Bekannten fiel beim Betrachten der Fotos, welche ich Ihnen immer aktuell aus Florida per Mail zukommen lies, auf, das sein Gesichtsaudruck offener wurde. Ich denke, das spiegelte auch seine Freude wieder, und vor allem seine Aufnahmebereitschaft, seine Lernbegeisterung und Motivation, Fortschritte zu machen.

Auch meinem jüngeren Sohn hat diese Therapie in Florida (er war immer dabei, auf dem Dock als Bruder und kleiner „ Helfer“) sehr gut getan. Philipp hatte im Mai 2004 einen schweren epileptischen Anfall, nun nimmt er Tabletten. Durch den Anfall hat er leichte Feinmotorikprobleme und einen leichten Tremor (evtl. auch durch die erforderlichen Medikamente) in der Hand. Schon während unseres Aufenthaltes dort fiel ihm selber auf, daß er beim Schreiben schneller ist und nicht mehr so fest aufdrückt; auch sein Gleichgewicht hat sich deutlich gebessert. Ob es die Anwesenheit bei den Delphinen war, oder was auch immer, wir freuen uns darüber sehr!

Leider hat uns Wilma überrascht, so daß wir am Donnerstag, den 20. Oktober, von den Keys nach Miami evakuiert wurden, dort waren wir bis einschließlich Mittwoch, den 26.10. Leider konnte die Therapie erst am Montag, den 31.10. fortgesetzt werden. Nun standen wir vor der Frage, zurückzufliegen oder zu verlängern. Wir haben uns dann, auch wegen der unsicheren Lage, ob unser Flug ab Fort Meyers planmäßig stattfinden kann, ob wir überhaupt nach Fort Meyers fahren können aufgrund der Straßenlage, entschlossen, eine Woche zu verlängern, um Adrian die Chance zu geben , die fehlenden Therapiestunden aufzuholen.

Es war die richtige Entscheidung! Sein Strahlen und diese, für viele vielleicht winzigen Fortschritte gaben uns Recht!
Und ich gab ihm mein Versprechen:
„ Wir kommen wieder hierher!“

Das all das geschehen konnte, dafür möchte ich mich nochmals, ganz besonders auch im Namen Adrians bei Ihnen bedanken…Nur durch Ihre Hilfe waren diese Erfolge, die Adrian unermesslich gut getan haben und ihm vorher undenkbare Lernprozesse und Verhaltensmuster möglich gemacht haben zu realisieren.


© Simone Engels 2006 - 2017